Die Arbeit des Shalu e.V.

Restaurierung von Wandmalereien in Tibet

"Beschädigte Wandmalerei aus dem Kloster Beri, Osttibet"

In den vergangenen 1300 Jahren hat sich hinter der gewaltigen Barriere des Himalaya in Tibet eine einzigartige buddhistische Zivilisation entwickelt. Das Kloster Shalu

(das unserem Verein seinen Namen gegeben hat) ist im Jahre 1027 in der Nähe der heutigen Stadt Shigatse in Zentraltibet gegründet worden. Im frühen 14. Jh. wurde es dann unter dem Einfluß von Butön Rinpoche, einem der größten tibetischen Gelehrten und Übersetzer, zum damals wichtigsten geistigen Zentrum Tibets. Er regte auch die Herstellung der einmaligen Wandmalereien Shalus an, die von nepalesischen und tibetischen Künstlern ausgeführt wurden und in den darauffolgenden Jahrhunderten den Kunststil in Tibet, China und Zentralasien stark beeinflußten.

Seit 1951 ist ein Großteil des kulturellen Erbes Tibets zerstört worden. Tausende von Klöstern und Historisch wertvolle Profanbauten sind während der Kulturrevolution, aber auch schon beim Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee nach Tibet dem Erdboden gleichgemacht worden.

Das, was verschont blieb, ist auch heute bedroht, bedingt durch Gleichgültigkeit, Identitätsverlust und mangelnde Qualifikation.

 

1994 wurde in Paris die Shalu Association gegründet mit dem Ziel, Tempel und Profanbauten aus dem 11. - 15. Jahrhundert in Zusammenarbeit mit den Experten und Behörden in Tibet zu restaurieren.

Wertvolle Wandmalereien konnten inzwischen (z.B. in Drathang und Shalu) vor der weiteren Zerstörung gerettet werden, indem die Dächer in der traditionellen Agra-Technik abgedichtet wurden oder in Absprache mit den Mönchen jeweils einen neuen Gongkhang (Raum für die Schutzgottheiten) errichtet wurden, damit dort die rituellen Opfer, die mit sehr viel Rußentwicklung verbunden sind, wieder dargebracht werden können. Grundsätzlich werden alle Restaurierungen mit den Tibetern vor Ort gemeinschaftlich geplant und so behutsam und (Raum für die Schutzgottheiten) errichtet wurden, damit dort die rituellen Opfer, die mit sehr viel Rußentwicklung verbunden sind, wieder dargebracht werden können. Grundsätzlich werden alle Restaurierungen mit denTibetern vor Ort gemeinschaftlich geplant und so behutsam und einfach wie möglich gestaltet. Es gehtum das Bewahren und Wertschätzen, nicht um eine Verschönerung für touristische Zwecke.

1996 wurde von uns Shalu Deutschland e.V. ins Leben gerufen, um auch im deutschsprachigen Raum über diese wichtige Arbeit zu informieren, eigene Projekte in Tibet zu initiieren und zu koordinieren, sowie engagierte Mitarbeiter und Sponsoren zu finden.

Seitdem hat der Shalu e.V. dreimal deutsche Restauratoren nach Tibet geschickt, die dort in Lhasa und Thalung/Zentraltibet und in Beri/Osttibet Wandmalereien gesichert und restauriert haben. Zudem wurden tibetische Thangka-Maler und Thangkamalstudenten von den Restauratoren nach in die Grundkenntnisse des Restaurierens (im westlichen Sinne) eingeführt. Der Shalu e.V. hat auch mehrfach Gelder an seine Partnerorganisation, den Tibet Heritage Fund,  www.tibetheritagefund.org gegeben, um defekte Dächer alter tibetischer Tempel mit wertvollen Wandmalereien, die von der akuten Zerstörung bedroht waren, in der traditionellen Argar-Technik einzudecken.

 

Sitz des Shalu Deutschland e.V. ist Düsseldorf, c/o Elke Hessel

Anschrift siehe Impressum