Kunst

Elke Hessel

Studium Integration Kunst und Architektur, der Freien Grafik und der Kunsterziehung, alles an der Kunstakademie Düsseldorf

Zahlreiche Ausstellungen

Lebt und arbeitet als Malerin, Autorin und Referentin in Düsseldorf
Vielfache Aufenthalte in Zentraltibet und Osttibet

Zur Technik von Elke Hessels Bildern: Inspiriert von klassischen tibetischen Texten, aber auch von Fragmenten der modernen tibetischen Alltagskultur, werden auf eine dicke Holzplatte mehrere Schichten von Farbe (aus Pigmenten, so wie sie in Tibet verwendet werden), Collageelementen, Zeichnungen und tibetischen Schriftzügen, überlagert. Diese werden mit einer hauchdünnen Schicht Papiers überzogen, das gewachst und poliert wird. Das Bildmotiv schimmert durch diese transparente Schicht hindurch; auch ist es möglich, der Täuschung zu erliegen und anzunehmen, die Motive wären auf dem Papier. Es ist ein Spiel mit der Illusion, ein Hinweis auf unsere Schwierigkeit, die Dinge so zu sehen wie sie wirklich sind.

"Fundstücke Lhasa", 1999, 30 x 20 cm

Beschreibung des Projektes: "Fundstücke Lhasa"

Seit Jahren sind die Dakinis ( tibetisch: "Khadroma", die Himmelsläuferin ) ein Hauptthema für mich. Dakinis sind kraftvolle, weibliche, erleuchtete Wesen, die den Menschen auf ihrem spirituellen Weg mit ganz unkonventionellen Mitteln helfen.
Auf den alten Wandmalereien im tibetischen Kulturkreis werden sie oft tanzend und nur mit einem Tigerfell um die Hüften dargestellt.
Dieses Tigerfell, das auch allgemein in Tibet ein Zeichen der schöpferischen Kraft ist, inspiriert mich stark. Es findet sich immer in abstrahierter Form in meinen Bildern.
Im Oktober 1999 habe ich drei Wochen in der Altstadt von Lhasa gewohnt und bin jeden Tag den Barkhor, den Umwandlungsweg um den Jokhang ( das Hauptheiligtum Lhasas ), gegangen. Dort ist die Luft erfüllt von Weihrauch, Geruch der ranzigen Butter, den Schreien der Verkäufer und dem Dröhnen aus den Videoshops. Überall, in den Mauernischen der kleinen Klöster, auf den Boden der Markthallen oder an den Wänden der Häuser, finden sich kleine Papiere, Plakat- und Bücherreste, zarte Seidenpapiere mit religiösen Motiven ( Lungtas ) oder chinesische Schnapsreklamen. Diese Fundstücke habe ich gesammelt als Zeitzeugen der Auseinandersetzung der verschiedenen Kulturen, die hier aufeinanderprallen. Das alte Tibet stirbt, es scheint absorbiert zu werden vom modernen, lärmenden, westlich geprägten China.
Doch der Buddhismus stirbt nicht in Tibet, er wandelt sich. Immer wieder, wenn ich in Tibet bin, denke ich, dass das "Dakini-Prinzip", diese enorme schöpferische Kraft, die vollkommen losgelöst von gesellschaftlichen und weltanschaulichen Zwängen, mühelos den Raum durchdringt, den Tibetern helfen kann, durchzuhalten, sich selbständig zu entwickeln und nicht unterzugehen.

Vierundzwanzig Doppelbilder sind entstanden, die jeweils ein Fundstück und ein Dakinimotiv zeigen. Die vierundzwanzig Bilder stehen auch für die vierundzwanzig geheimen Orte der Dakinis, die sich nur den Menschen offenbaren, die dem Ruf der Dakinis gefolgt sind.
Alle Bilder sind mit einer Schicht von nepalesischen Daphnepapier überzogen, das anschließend gewachst und poliert worden ist. Das Bildmotiv schimmert durch diese transparente Schicht hindurch; auch ist es möglich, der Täuschung zu erliegen und anzunehmen, die Motive wären auf dem Papier. Es ist ein Spiel mit der Illusion, ein Hinweis auf unsere Schwierigkeit, die Dinge so zu sehen wie sie wirklich sind.

"Palast der Heimlichen", 2003, 130 x 160 x 10 cm

Altar und Palast Bilder

Die Altar und Palast Bilder sind beeinflusst durch die letzte China/Osttibetreise. Ich habe entlang des chines. Teiles der Seidenstraße alte buddhistische (Höhlen-) Heiligtümer besucht (6. - 15. Jh.), auch einige daoistische Tempel. Die alten buddhistischen Figuren sind stark von griechischen und persischen Einflüssen geprägt. Ich war einfach begeistert von der Freiheit der Darstellung und der "Internationalität". Ich liebe die schlichten Altäre und kleinen Schreine, die oft aus Stein und Stuck bestehen. In meinen Bildern versuche ich immer, das Heilige und das Profane miteinander zu verbinden. Es finden sich immer Collageelemente aus den verschiedensten Ländern: Totengeld aus China, Geschenkpapier mit Gottheitenmotiven aus Indien, Werbebroschüre "Fressnapf" für Tierbedarf aus Deutschland, Windpferdpapiere aus Tibet. Die Gottheiten auf meinen Bildern repräsentieren auf der einen Seite mein persönliches "Schicksal", auf der anderen Seite sind sie Abbild der Zustandes der Menschen allgemein. Diese Gottheiten sind "Weltbürger", sie sind überreligiös.

"Gebetszelt" 1, 2000, 130 x 130 cm
"Gebetszelt" 2, 2000, 130 x 130 cm

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